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Auferweckung vom Tode

In Kailash feierte die Familie Mina die Hochzeit der Tochter Vinja Rams. Inmitten der fröhlichen Ausgelassenheit während der Festlichkeiten ereignete sich Bestürzendes: ein Mädchen namens Kheti Bai erkrankte plötzlich schwer und starb gleich darauf. Die Familie allerdings hatte das große Glück, daß Sri Devpuriji just zu dieser Zeit im Dorf weilte, und im Glauben an seine göttlichen Kräfte hofften alle auf seine barmherzige Hilfe. Sie trugen das Mädchen zu ihm, legten es ihm zu Füßen und erbaten seine Gnade.

Sri Devpuriji betrachtete das Mädchen und sagte:

"Sie ist nicht tot. Ich sage euch, sie wird gesund heranwachsen und eine liebevolle und fromme Frau und Mutter werden. Nun meine Tochter, erwache aus deiner Meditation!"

Da öffnete Kheti Bai die Augen und lächelte ihrem Wohltäter zu.

Heute noch lebt sie mit ihrem Gatten Lala Ram Mina im Dorfe Sri Madhopur im Bezirk Sikar (Rajasthan).

Ein ähnliches Wunder geschah der Familie des Adeligen Rajput Sri Balu Singhji aus der nahen Ortschaft Jalunda. Eines Nachts starb Balu Singhjis Sohn und die trauernde Familie trug den Körper des Kindes zum Ashram von Sri Devpuriji, um seine Gnade zu erflehen. Es war bereits nach Mitternacht, als sie den Ashram erreichten, und Sri Devpuriji rief ihnen ärgerlich zu:

"Hier ist kein Friedhof - seht zu, daß ihr fortkommt! Denn jämmerlich und selbstsüchtig seid ihr und kommt nur, wenn ihr Probleme habt!"

Die Betroffenen allerdings wußten wohl, daß Sri Devpurijis rauhe Worte eine Prüfung für sie waren; da warteten sie geduldig, auf daß seine Stimmung milder würde.

Ihr Glauben wurde belohnt. Nach einiger Zeit trat Sri Devpuriji aus dem Ashram und wies sie an, aus drei verschiedenen Dörfern Holz herbeizubringen und sodann ein Feuer  daraus zu entzünden. Als sie das getan hatten, nahm er die Decke, die den Körper des Knaben bedeckte und riß sie entzwei. Eine Hälfte legte er wieder über das Kind, um die andere der Mutter zu reichen mit den Worten: "Nimm das Tuch und binde es um einen Ast des Baumes dort drüben."

Sie lief hin und schlang mit zitternden Händen einen Knoten - und wie sie die Enden des Tuches festzog, öffnete das Kind die Augen und begann zu atmen.

Wie sollte ich eine solche über allen irdischen Dingen stehende Persönlichkeit beschreiben können? Welche Möglichkeit könnte unser Verstand angesichts dieser Realität noch besitzen, um sie einzuordnen oder zu beurteilen? Ich kann in Sri Devpuriji nur den Einen, den Allmächtigen selbst verwirklicht sehen: Nennt ihn einen Heiligen, einen Yogi, einen Guru, Meister oder Gott - ist, der das Leben gibt, nicht Herr über alles?

In vielen Erzählungen noch lebender Zeugen der Ereignisse wird berichtet, daß Sri Devpuriji auch Tiere wieder zum Leben erweckte; zwei dieser Begebenheiten sollen hier wiedergegeben werden.

Im Dorf Kachras nahe Khatu im Bezirk Nagaur war einem Mann ein schönes schwarzes Schaf gestorben. Gerade wollten die Abdecker es fortschaffen, als Sri Devpuriji ins Dorf kam. Von Weitem rief er ihnen  zu: "Wohin tragt ihr dieses Schaf?"

"Es ist tot. Wir bringen es zum Abhäuten."

"Nein, nein, es ist nicht tot! Es ist nur krank. Bringt es zu mir, und ich will es heilen."

Da brachten sie ihm das Schaf, und er hieß sie, etwas Wasser zu bringen. Damit besprengte er das Tier, das sogleich die Augen öffnete, sich erhob und offensichtlich vollkommen wohlauf war - zum grenzenlosen Erstaunen der Umstehenden. Sri Devpuriji fragte den Besitzer des Schafes, ob er es behalten könne, und dieser schätzte sich glücklich, dem Heiligen dies Geschenk machen zu dürfen. Für den Rest seines Lebens blieb das Schaf bei Sri Devpuriji, versorgte ihn mit Milch und folgte ihm überall hin, wohin er auch ging.

Einigen nahestehenden Ergebenen erzählte Sri Devpuriji später, wie dieses Schaf in seiner vorangegangenen Inkarnation als Gattin eines reichen Mannes gelebt hatte. Verwöhnt vom luxuriösen Leben hatte sie die Guru Vakya[1], nicht beachtet und gegen des Meisters Gebot verstoßen. Die karmische Folge dieses Fehlverhaltens war nun, daß sie als Schaf wiedergeboren wurde. Doch wurde ihr aufgrund anderer guter Karmas noch das Glück zuteil, wiederum bei ihrem göttlichen Meister leben zu dürfen.

Während ich damit beschäftigt war, das vorliegende Buch zu verfassen, kam ein Fremder zu mir und bot sich an, mir seinen Schatz an Erlebnissen zur Verfügung zu stellen. Er erzählte, er sei früher ein Jäger gewesen, der sein Brot damit verdiente, Vögel zu erlegen.

"Eines Tages befand ich mich mit einem Korb voll getöteter Vögel auf dem Heimweg. Da sah ich auf einmal, wie Sri Devpuriji mir entgegenkam. Ich fürchtete, er würde mich nach dem Inhalt meines Korbes fragen, und hätte nicht gewußt, wie darauf antworten. Zu gerne hätte ich mich vor ihm versteckt, doch entdeckte ich keinen Ort, wo ich mich hätte verbergen können. Da erblickte mich der Allmächtige, der Beschützer aller Seelen und Befreier seiner Ergebenen, und fragte auch schon: 'Wo bist du gewesen, und was trägst du da Schweres in deinem Korb?' Am ganzen Leibe brach mir der Schweiß aus, denn mit einem Male fühlte ich die furchtbare Last der Verantwortung, all diese kleinen Leben zerstört zu haben."

Alle Sadhus und Heiligen Indiens lehren die Menschen ein Leben in Frieden, Demut und Achtung gegenüber jeder göttlichen Kreatur, was das Verbot jeglicher Tötung einschließt. AHIMSA, Nicht-Töten und Nicht-Verletzen, ist das oberste Gebot. Der Verstoß dagegen führt zu Scham und Reue, und es gibt keine Argumente, solche Taten zu verteidigen.

Also fuhr der ehemalige Jäger fort:

"Ich stammelte: 'Es ist für meine Kinder. Sie brauchen etwas zum Essen!' Mit unerbittlicher Strenge wies Sri Devpuriji mich zurecht:

'Und diese Vögel - denkst du, sie haben keine Kinder, die auf sie warten? Was soll aus denen werden? Verhungern müssen sie jetzt! Gib mir den Korb.'

Ich gab ihn ihm, er öffnete ihn - mit einem Schlag waren alle Vögel wieder lebendig und flogen in einem dichten Schwarm davon."

Nachdem ich mich für sein offenes Bekenntnis bedankt hatte, wollte ich noch wissen, ob und was dieses Wunder in ihm bewirkt habe. Und er gestand mir: "Es verwandelte mein Leben von Grund auf - niemals mehr ging ich zur Jagd."

 


[1]Guru Vakya = Worte des Meisters

 

Nächstes Kapitel: Ein Brunnen für die Bauern von Jalunda

Voriges Kapitel: Herr über Elemente und Naturgesetze

Übersicht: Paramyogeshwar Sri Devpuriji - Der Göttliche Meister

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