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Ein Brunnen für die Bauern von Jalunda

Auch wenn Sri Devpuriji sich nicht mehr der öffentlichen Lehre widmete, wäre es irrig zu glauben, daß er von da an ein einzelgängerisches, nur sich selbst verschriebenes Leben geführt habe. Ebenso wie die Bäume, die Flüsse und der Regen zum Wohle aller dienen, gereicht das Dasein eines Heiligen der Welt und darüberhinaus dem ganzen Universum zum Heile. Ein Heiliger ist das Wertvollste, Edelste, was der Menschheit geschenkt werden kann. Sein Glanz und seine Gnade bedeuten für die Erde Reinigung und Erfrischung in universaler Weise, weit mehr noch, als dies der Regen für einen ausgedörrten Acker ist.

Eine Gruppe von Dorfbewohnern aus Jalunda kam zu Sri Devpuriji und erbat seine Hilfe: Seit einigen Jahren schon herrschte Dürre, und nun war das Trinkwasser endgültig ausgegangen. Die Brunnen des Dorfes gaben nur noch salziges Brackwasser her und Menschen wie Tiere litten sehr.

Sri Devpuriji sagte Hilfe zu und begab sich sogleich, begleitet von seinen Hunden und Schlangen, nach Jalunda. Vor dem Dorf angekommen, ließ er sich unter einem Baum nieder, und die Dorfbewohner eilten herbei, um ihn willkommen zu heißen:

"Oh Göttlicher Meister, Dank sei Dir, daß Du uns mit Deiner Anwesenheit beehrst. Was in unserer Macht - wir werden es tun, um Deine Wünsche zu erfüllen!"

"Habt Dank", erwiderte Sri Devpuriji, "doch habe ich alles, was ich brauche. Nicht um etwas zu verlangen oder zu nehmen, kam ich zu euch - sondern um zu geben und zu helfen."

Er zeigt ihnen eine Stelle, an welcher sie einen Brunnen graben sollten, und nahm selbst eine Schaufel zur Hand und begann zu arbeiten. Das aber wollten die Bauern nun wirklich nicht zulassen, und sie beschworen ihn:

"Bitte, Gurudeva, laß uns das machen! Allein Deine Anwesenheit wird genügen, damit unsere Arbeit Früchte tragen kann."

Zwar zweifelten sie insgeheim, ob hier tatsächlich Wasser zu finden sei, doch gruben sie voll Entschlossenheit und gutem Willen, und die ganze Dorfgemeinschaft arbeitete in vollkommener Harmonie zusammen - dies allein war schon gewissermaßen ein Wunder und wohl dem Einfluß des göttlichen Meisters zuzuschreiben.

Und siehe, am nächsten Tag endlich stießen sie auf Wasser - auf reines, frisches, süßes Wasser! - und ihre Seligkeit hierüber glich jener von Fischen, die auf trockenes Land geworfen waren und in ihr nasses Element zurückgelangen.

Wir, die wir in einem trockenen Land wohnen, sind uns bewußt über den Wert des Wassers! Bei meinen Besuchen in Europa hörte ich die Menschen oft jammern, wenn es regnete: "Oh, wie schrecklich! Was für ein grauenhaftes Wetter!" Dann mußte ich daran denken, daß viele Menschen in meiner Heimat alles, was sie besitzen, für Regen hingeben würden.

Als also das Wasser floß, sangen die Dorfbewohner ihre Freude laut heraus: "Sri Devapurisa Mahadeva ki Jay!" Sieg dem göttlichen Meister Sri Devpuriji!

Seit diesem Tag gibt der Brunnen immer genug Wasser für das ganze Dorf, für Menschen und Tiere; und jedem, der Jalunda besucht, zeigt sich dieser Hort des Wassers am Eingang der Ortschaft neben dem großen Banyanbaum, dem immergrünen Symbol des Überlebens in der Wüste.


 

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