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Mauna Satsang

Mahaprabhuji Mauna SatsangZu Brahma Muhurta, der Zeit der Morgendämmerung, besuchten die Ergebenen mit Blumenmalas und anderen Gaben Mahaprabhuji. Sie grüßten ihn und erhielten von ihm Prasad. Dann ließen sie sich am Satsangplatz nieder. Der ganze Raum war von einzigartig himmlischer Freude erfüllt, als mit dem Singen der Bhajans und Kirtans begonnen wurde.

Mahaprabhuji pflegte in seinen Satsangs verschiedene spirituelle Themen zu behandeln. Das heutige Thema war der "Mauna-Satsang", ein Satsang ohne Worte. Beim Mauna-Satsang richten alle Anwesenden ihre Fragen und Bitten im Geiste an Gurudeva und erhalten nach einer gewissen Zeit ebenfalls innerlich die Antwort darauf.

Die Anwesenden blickten unverwandt auf Mahaprabhuji. Er sah auf sie alle mit einem Blick voller Liebe und Gnade, der das Innerste ihrer Herzen berührte. Mit seinem milden Lächeln legte Mahaprabhuji dann den Zeigefinger seiner rechten Hand auf die Lippen. Alle saßen völlig still und friedvoll, eingetaucht in ein Meer von Ambrosia. Der Allgegenwärtige erleuchtete jeden von ihnen im Tiefsten der Seele mit göttlichem Licht. Und nach einer Weile begannen die Menschen im Saal die Botschaft Gurudevas in sich zu vernehmen:

"Atma und Paramatma sind eins, das menschliche Dharma ist eins, Brahma ist eins, und alles, was existiert, wird eines Tages mit Brahma verschmelzen. Alles ist aus dem Einen entsprungen und wird sich dort wieder vereinen. Die Quelle allen Seins, die das Weltall erhält, ist nur diese einzige. Dies Eine ist vollkommen und ewig. Es gibt nur eine Wahrheit; aus einem Ursprung entstanden die verschiedenen Wege und werden wieder darin münden."

Dann erhielt jeder einzelne eine speziell für ihn bestimmte Botschaft.

Die Vertreter der Politik vernahmen Mahaprabhujis Ermahnung:

"Vergiß unter dem Einfluß der Macht, die mit deinem Amt verbunden ist, nicht deine Pflicht. Ehre den König und liebe das Volk. Die Menschen folgen immer dem Beispiel der Großen. Erfüllen die Regierenden das Dharma, so wird auch das Volk dies tun."

Die Reichen hörten Gurudevas Botschaft folgenderweise:

"Reichtum ist nicht alles. Laß dich nicht von der Maya blenden. Dein Besitz wird zurückbleiben, wenn du die Welt verläßt. Gutes Karma ist der einzige Reichtum, den du in deiner Todesstunde mit dir nehmen kannst. Dienst du dem Volk und den Bedürftigen mit deinem Reichtum, so dienst du Gott."

Den körperlich Starken sagte Gurudeva:

"Körperkraft ist ein göttliches Geschenk. Sei der Schützer der Lebewesen; füge ihnen nicht Schmerz zu. Verteidige die Wahrheit. Tust du das nicht, worin liegt dann der Sinn deiner Stärke?"

Die Yogis vernahmen in ihrem Inneren:

"Yoga ist die Vereinigung deines individuellen Selbst mit dem Göttlichen Selbst. Übe also Yoga mit festem Sinn, und dein Erfolg ist sicher."

Die Veda-Gelehrten verstanden Mahaprabhuji so:

"Gott allein ist die Wahrheit; die Welt ist Illusion. Sie ist Unwirklichkeit, die dich bindet und dir nur Leid erschafft."

Die Verehrer der Gayatri vernahmen:

"Das Gayatri-Mantra ist das Maha-Mantra. Gayatri verleiht euch die Siddhi, die alle Wünsche in dieser Welt und im Jenseits erfüllt. Achtet aber darauf, daß ihr von einem Satguru die richtige Technik des Gayatri-Dienstes empfangt, sonst wird der Erfolg ausbleiben."

Die Verehrer der Shakti erhielten Gurudevas Botschaft wie folgt:

"Die Göttin ist Mahamaya. Sie kann euch nur weltliche Freuden schenken, nicht aber Befreiung. Befreiung könnt ihr nur durch den Satguru erlangen."

Die Verehrer des Gottes in körperlicher Gestalt und des gestaltlosen Brahman erfuhren:

"Sarguna und Nirguna sind beide meine Formen. Beides bin Ich. Nichts anderes existiert außer Mir."

Die Prarthana Samajis hörten:

"Gebet ist die Essenz der Religion und Nahrung für die Seele. Es vermag das Ego zu überwinden, den schlimmsten Feind des Suchenden."

Für die Christen war Gurudevas Botschaft die folgende:

"Der Weg des Dienens und Verzeihens, den Jesus Christus lehrte, ist wahr; es ist der Weg zur Befreiung und Erlösung für euch. Folgt seinem Beispiel."

Die Sikhs hörten in ihrem Inneren:

"Guru Nanak war eine göttliche Inkarnation. Das Schiff seines Namens wird euch über den Ozean dieser Welt führen. Singt beständig seinen Namen."

Die Moslems ermahnte Mahaprabhuji:

"Allah ist Gott. Er allein existiert in den mannigfaltigen Namen und Formen, Er nur wohnt im Herzen aller Wesen. Darum verletzt niemanden, fügt niemandem Schmerz zu und betet zum Herrn."

Die Parsen kam Mahaprabhujis Botschaft in folgender Weise zu:

"Verehrung des Feuers bedeutet Verehrung aller Erscheinung. Feuer verbrennt alles - verwandelnd in das, was es selbst ist, in Feuer. In gleicher Weise verbrennt Gurudeva die Unwissenheit der Schüler im Feuer der Erkenntnis und macht sie so sich selbst gleich."

Für die Buddhisten sprach Mahaprabhuji so:

"Befolgt die Vorschriften des Buddhismus getreulich und seid wahre Nachfolger des Buddha. Darin liegt eure Erlösung."

Die Brahmanen hörten ihn sprechen:

"Verwirklicht Brahman und ihr werdet ihr wahre Brahmanen sein. Nur wer Brahman kennt, ist ein Brahmane."

Die Kshatriyas[2] vernahmen Gurudevas Predigt:

"Eure höchste Pflicht ist es, die Lebewesen zu beschützen. Das Töten unschuldiger Menschen und Tiere ist Verletzung des Dharma. Wer aber vom Dharma abweicht, verliert alles."

Die Vaishyas[3] hörten Mahaprabhujis Worte:

"Erkennt eure Pflicht und dient den Menschen. Seid nicht gierig, verschafft den anderen keine Nachteile aus Selbstsucht; denn indem ihr andere täuscht, betrügt ihr euch selbst."

An die Sudras[4] erging Mahaprabhujis Aufforderung:

"Dienen und helfen ist das höchste Dharma, darum dient allen in Liebe. Haltet euch nicht für minderwertig. Ihr seid nicht niedrig, sondern allen anderen gleich."

Zu den Frauen sprach Mahaprabhuji:

"Ihr seid der Pfeiler, auf dem das Heim ruht. Ihr seid Lakshmi[5]. Ihr habt Heilige, Könige, Gelehrte und Helden geboren. Ihr seid die größte Kraft der Welt, denn ihr allein seid die Träger der lebenden Wesen."

Die Studenten hörten ihn sagen:

"Erwerbt euch mit Hingabe und Fleiß eine gediegene Ausbildung. Dient den Menschen durch euer Wissen. Gelehrtheit macht einen Menschen groß in der Welt. Darum seid stets bereit zu lernen. Nur wer etwas gelernt hat, wird in der Welt geachtet."

Sie alle aber empfingen Mahaprabhujis Goldene Lehren:

  • "Nichts gehört euch. Haltet fest an der Wahrheit und besinnt euch auf Gott.
  • Der Pfad der Befreiung eröffnet den Sinn des menschlichen Lebens, wählt darum diesen Weg.
  • Jeder kommt allein zur Welt, und alleine verläßt er sie auch wieder.
  • Die einzige wahre Hilfe kommt von Gott.
  • Unwissenheit ist die Ursache aller Sorgen und des Leids in der Welt.
  • Alles Irdische wird einmal enden. Die Lehre des Guru zu leben ist das Wesentliche.
  • Nehmt Freude und Leid gleichermaßen an als Gottes Gnade.
  • Haltet Kontrolle über Sinne, Geist und Verstand.
  • Übt immer wieder Schweigen. Dies ist der beste Weg, denn im Schweigen sind alle Tugenden enthalten.
  • Sprecht nicht schlecht über andere, beteiligt euch nicht an solchen Gesprächen.
  • Sündigt nicht. Gott ist allgegenwärtiger Zeuge all eurer Taten.
  • Seid nicht selbstsüchtig. Lügt nicht. Sprecht immer die Wahrheit.
  • Seid maßvoll im Essen.
  • Macht einen Rückblick auf eure Taten wenigstens einmal täglich.
  • Strebt nicht nur nach materiellem Reichtum. In dieser Welt gehört euch nichts und niemand.
  • Verliert euch nicht in schlechter Gesellschaft, verbringt eure Zeit lieber mit Satsang.
  • Seid ausdauernd und unbeirrbar in der Erfüllung eures Dharma.
  • Meditiert auf den Satguru.
  • Selbsterkenntnis und Hingabe weisen den einzigen Weg zur Erlösung.
  • Anstrengung zum Guten ist euer bester Freund, Faulheit euer größter Feind.
  • Ihr erntet, was ihr einst gesät; und was ihr heute sät, werdet ihr in Zukunft ernten.Handelt wahrhaftig. Bleibt der wahren Lehre treu.
  • Die Essenz aller Religionen ist dieselbe: seht Gott in allem.
  • Ich bin es, der in allen Welten, auf allen Ebenen existiert.
  • Ich bin die Lichtquelle, die ihre Strahlen zu euch sendet.
  • Meditiert über Mich, und Ich will euch erlösen."

In dieser Weise empfing jeder Mahaprabhujis Botschaft gemäß seiner Einstellung und seinem Glauben.

Nach einiger Zeit nahm Mahaprabhuji den Finger von seinen Lippen und sagte mit einem milden Lächeln:

"Was immer jeder von euch nun denkt, ist richtig. Ich bin in euch, und ihr alle seid in Mir. Meditiert über euren Guru, betet und singt mit Hingebung seinen Namen. Strebt nach spirituellem Wissen und eurem geistigen Ziel entgegen. Folgt den Worten des Guru.

SO HAM

Das bin ich: Wahrheit, Erkenntnis und Wissen -
der vollkommene Satguru, der bewußte Brahman, das ewige Licht."

Dann sang Mahaprabhuji:

SATGURU ESA RAM

Der Satguru läßt den Nektar des Wissens herniederströmen;
wie Gott Indra, so läßt er es regnen.
Er macht keinen Unterschied zwischen hoch und niedrig,
zwischen König und Bettler.
Er befreit die Wesen von den Tri-Tapah[6].
Frei und ohne Begierde ruht er glückselig in sich selbst;
unveränderlich ist die Gnade des Höchsten.
Er ist Jivanmukta, gnadenreich, ohne Anhänglichkeit und Dualität; keine Versuchung kann ihn berühren.
Er ist der Brahma Nishtha Guru Brahma Akhanda[7], auf den Gott Shiva meditiert.
Unveränderlich zu jeder Zeit und unbeweglich wie der Berg Meru, innerlich und äußerlich allem entsagend,
wünscht er weder Besitz noch Geld.
Er ist der göttliche Befreier, der die Fesseln des Karmas durchtrennt.
Zur Befreiung der Seelen kam die Inkarnation
des Glücks in diese Welt.
Sri Deep sagt:
In tiefster Hingabe verbeuge ich mich vor Gurudeva.

Und er fuhr fort:

"Im Universum der äußeren Welt spendet die Sonne den Planeten Wärme und Licht. Es gibt nur eine Sonne; allen sichtbar scheint sie für alle Lebewesen.

In gleicher Weise erleuchte Ich, der Ewige, der Bewußte, die Wahrheit und das vollkommene Licht des Brahman, im Inneren und Äußeren die ganze Schöpfung. Ich scheine in den beweglichen wie in den unbeweglichen Dingen, in Sonne, Mond und Sternen, in Brahma, Vishnu, Shiva und den Heiligen. Ich leuchte in den göttlichen Inkarnationen, in den Rishis und allen anderen Manifestationen Gottes als der alleine Heiligende und die einzige Lebenskraft.

Ich war am Anfang, und es war keiner außer Mir. Und Ich werde sein in alle Ewigkeit, ohne ein Anderes neben Mir. Dies verkünden Meine altehrwürdigen Veden."

Wenn Mahaprabhuji sprach, hörten alle wie gebannt zu. In seiner Stimme schwang die einende Kraft göttlicher Liebe, die alle Herzen anzog und berührte. Die Zuhörer waren von ihren äußeren Schwierigkeiten, Nöten und Ängsten befreit und erfuhren die innere Glückseligkeit. Ob Hindus, Moslems, Sikhs, Christen, Buddhisten, Jainas oder Parsen - sie alle betrachteten ihn in gleicher Weise als den göttlichen Meister. Sie sahen dies so:

"Mahaprabhuji hat uns die Essenz unserer Religion so klar und anschaulich dargelegt, als wäre er ihr Gründer. Er ist ein großer Heiliger, denn er wünscht allen Menschen nur Gutes, ohne sie nach ihrem Bekenntnis zu beurteilen. Er steht für das Gute, für das Wohlergehen und die Verwirklichung eines jeden Menschen. Er ist wahrlich Gurudeva, ein Meer aus Nektar. In seiner Gegenwart verschwinden alle Zweifel, Bedrängnisse und Sorgen."

Am Ende des Satsang fühlten sich alle reich beschenkt mit göttlicher Weisheit und Gottes Segen. Aller Herzen waren voll Dankbarkeit für Mahaprabhuji; durch seine Gnade hatten sie wieder Klarheit, Licht und wahren Geist auf ihrem Glaubensweg erhalten.

 

 


[1]Mauna = Schweigen

[2]Kshatriya = Angehöriger der Armee

[3]Vaishya = Kaufmann, Händler

[4]Sudra = Arbeiter

[5]Lakshmi = Göttin des Wohlstandes

[6]Tri-Tapah: Adhy-Bodhik = Störungen aus der materiellen Welt

Adhy-Devik = Störungen aus astralen Ebenen

Adhy-Atmik = Störungen aus der Ebene der Tattvas [Elemente)

[7]Brahma Nishtha = Kenner des Brahman, akhanda = ungeteilt, vollkommen

 

Nächstes Kapitel: Begegnung mit Mahashakti

Voriges Kapitel: Belehrung gegen Stolz und Hochmut

Übersicht: Mein Leben mit Mahaprabhuji

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