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Es regnet nach Wunsch

Während des Monsun hielt Mahaprabhuji in der Residenz von Khatu Satsang, wobei Thakur Revat Singh Gastgeber war. Auch ich war dort anwesend. In jenem Jahr hatte es noch nicht geregnet, und die Felder drohten zu verdorren. Der Fluß führte kein Wasser mehr, auch der Teich und die Brunnen waren ausgetrocknet. Vieh und Vögel fanden nichts mehr zu trinken, und die Bauern waren in großer Sorge. Einige Bewohner des nahen Dorfes Kachras kamen zu Mahaprabhuji und klagten:

"Herr, der Himmel ist die ganze Zeit mit Wolken bedeckt, aber es kommt kein Regen. Wenn Du uns doch die Gnade erweisen wolltest, es regnen zu lassen, so daß das Leben hier gerettet wird!"

Mahaprabhuji antwortete:

"Seid unbesorgt, auch dieses Jahr wird euch gute Ernte bringen. Haltet bei eurer Wasserstelle eine Feuerzeremonie ab, und es wird Regen kommen. Pandit Mathuraprasad und Madhavananda werden die Zeremonie vorbereiten. Euer Wunsch wird erfüllt werden."

Sofort brachen wir auf, um alles für die Feuerzeremonie herzurichten. Da begann die Wolkendecke aufzubrechen, und bald zeigte sich der Himmel wolkenlos in strahlendem Blau. Die Leute verfielen in Zweifel und fragten sich: "Wie soll es da Regen geben?"

 

Nach einiger Zeit traf auch Mahaprabhuji mit einigen Ergebenen am Ort der Zeremonie ein. Die versammelten Dorfbewohner hießen ihn herzlich willkommen und alle begrüßten ihn ehrerbietig.

Mahaprabhuji goß ein wenig Ghee in das Opferfeuer und sprach:

"Bald wird der Regen kommen. Teilt nun an alle Prasad aus."

Indem an alle Frauen, Männer und Kinder Prasad verteilt wurde, begann sich der Himmel rasch mit Wolken zu bedecken, ein Gewitter zog auf, und nach kurzer Zeit goß es in Strömen. Die Menschen jubelten. Bald war der Teich gefüllt; Bäume und Felder tranken gierig das segensreiche Naß, das nun überreichlich vom Himmel fiel. Das ganze Dorf pries Mahaprabhuji als den Lebensspender: "Du bist der Beschützer aller Lebewesen, durch Deine Gnade werden wir reich beschenkt!"

Wie unglaublich erscheint doch solch ein Wunder! Selbst heute noch ergreift mich innere Rührung, wenn ich an diesen Regen denke, und immer, wenn ich mich in der Gegend von Kachras aufhalte, sehe ich das gütige Antlitz Mahaprabhujis so lebendig vor meinen Augen, als stünde er neben mir.

 


 

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