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Gott erscheint in vielen Formen

Immer wenn wir, die Schüler Mahaprabhujis, zusammenkamen, sprachen wir auch darüber, welches Glück es für uns bedeutete, Mahaprabhuji in diesem Leben begegnet zu sein und ihn als Meister zu haben. Wir berichteten einander unsere Erfahrungen, wie Mahaprabhuji jedem von uns zu verschiedenen Gelegenheiten und in unterschiedlicher Weise seine Gnade erwiesen hatte.

Mahaprabhuji erfüllte die innersten Bedürfnisse jedes Schülers, indem er für ihn jeweils den Aspekt Gottes darstellte, dem sich der Schüler zugewandt hatte. Jeder Ergebene erblickte in Mahaprabhuji Gott in jeweils der Form, in der er Ihn sich vorstellte und verehrte.

Ein Anhänger von Sai Nath[1] meinte einmal, als er Mahaprabhuji erblickte, seinen Meister, den er doch weit entfernt wußte, vor sich zu sehen. "Herr", fragte er verwundert, "wie kommst Du nach Rajasthan? Wie ist das möglich?"

Er verbeugte sich tief, und erst als er sich wieder aufrichtete, erkannte er Mahaprabhuji. Dieser sprach zu ihm:

"Ich bin überall. Wo auch immer du bist, bin ich bei dir. Sai Nath, Mahaprabhuji, Rama, Krishna - sie sind alle eins. Der Atma ist eins und ewig."

Die folgende Begebenheit möge dies noch verdeutlichen.

 Während einer Reise durch den Bezirk Mewar gelangte ich in das Dorf Gangapur. Dort lebte in einem kleinen Tempel beim Friedhof ein Sadhu, der zu Ehren Gott Shivas strenge Askese hielt. Niemals verließ er den Tempelbezirk; er aß sehr wenig und wiederholte Tag und Nacht sein Mantra.

"Trotz deiner Bemühungen wirst du auf diese Weise nichts erreichen", gab ich ihm zu bedenken. "Begib dich unter den Schutz eines verwirklichten Meisters, dessen Selbst eins mit Shiva ist, und folge ihm und seiner Lehre. Nur so kannst du ans Ziel gelangen."

Der Sadhu erwiderte kurz angebunden:

"Im Kali Yuga gibt es keine solchen Gurus."

"Komm mit mir", lud ich ihn ein, "und sieh, ob mein göttlicher Meister deinen Ansprüchen gerecht wird."

Gemeinsam reisten wir nach Khatu, und als der Sadhu Mahaprabhuji erblickte, sah er in ihm das strahlende Antlitz Gott Shivas. Voll Freude und Verehrung rief er aus:

"Gott Shiva! Welches Wunder! Ich habe Dich dort gesucht, wo ich lebte, dabei warst Du die ganze Zeit hier!"

Mahaprabhuji segnete ihn und sagte:

"Heute ist die Zeit deiner Askese vorbei. Du hast dein Ziel erreicht. Von jetzt an werde ich immer bei dir sein, wenn du an mich denkst."

 


[1]Sai Nath, auch Sai Baba genannt, ist ein bekannter indischer Heiliger.

 

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